Sprachstörung (Aphasie)

heißt, dass die Sprache nicht mehr wie gewohnt zur Verfügung steht.

Dabei können Störungen beim Sprechen, beim Verstehen von Sprache oder Text oder beim Schreiben auftreten. Diese Probleme können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und auch unterschiedlich schnell wieder verschwinden.

Betroffene Menschen können ihre Gedanken und Wünsche nicht mehr oder nur eingeschränkt äußern, sie meiden Gespräche mit anderen Menschen oder Behördengänge. Oftmals fühlen sie sich missverstanden. „Sprich, damit ich Dich sehe!“ Dieser Aufforderung Sokrates kann ein Mensch mit Aphasie nicht nachkommen. Er wird in allen Lebensbereichen mit seiner Sprachstörung konfrontiert. Soziale Vereinsamung kann die Folge sein.

Die Anzeichen sind verschieden, je nach betroffener Gehirnregion

  • Wiederholung des immer gleichen Wortes oder Satzteiles
  • Ausweichen in Floskeln
  • Geschriebenes oder Gesprochenes wird nicht verstanden
  • wenig bis gar kein Sprechen
  • ungewöhnlich starker Sprechfluss
  • eingeschränktes Sprachverständnis
  • große Sprechanstrengung mit erheblichem Leidensdruck
  • Gestik und Mimik ersetzt die Sprache, „Pantomime“
  • Äußerungen des Gesprächspartners werden ständig nachgesprochen
  • neue Worte werden erfunden
  • Sätze werden abgebrochen, verschränkt oder wiederholt
  • grammatikalische Auffälligkeiten
  • sehr langsames Sprechen
  • Paraphasien (z.B. „Stilft“ statt „Stift“ oder „Lineal“ statt „Stift“)
  • Wörter werden umschrieben
  • gerade gebrauchte Wörter werden wiederholt
  • Stellvertreter-Worte wie „Dingsda“ werden verwendet

Sprachstörungen können auftreten

  • Infolge neurologischer Schädigung der linken Großhirnhälfte, z.B. Schlaganfall in Form von ischämischen Insulten (85%), Hirnblutungen (15%) oder bei Schädelverletzungen
  • bei Hirntumoren
  • nach Hirnoperationen in der linken Hemisphäre

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